Wenn du jemandem Geld leihen willst, dann erwartest du dafür Zinsen. Um sicher zu gehen, dass du das Geld und die Zinsen auch wirklich bekommst, setzt du einen kurzen Vertrag auf. Bei Anleihen ist das recht ähnlich, nur leihst du in diesem Fall nicht einer Person, sondern einem Staat oder einem Unternehmen dein Geld. Eine Anleihe besagt, dass der Empfänger eures Geldes einen festen Zinsbetrag, den sogenannten Kupon, zu leisten hat und am Ende der Laufzeit den geliehenen Betrag wieder zurückzahlen muss. Im Fachjargon ist der Aussteller einer Anleihe der Emittent und du als Käufer der Schuldverschreibung bist der Gläubiger. Man kennt Anleihen auch unter dem Namen “Festverzinsliches Wertpapier”, “Bonds” oder, aus dem Mittelalter stammend, “Rente”. Anleihen kannst du bei deiner Bank oder über Online-Broker kaufen und an der Börse handeln.

Auf dem folgenden Bild siehst du eine Anleihe von der New York Central and Hudsen River Raildoad Company aus dem Jahre 1894.

Anleihe
Unternehmensanleihe von 1894

Im Gegensatz zu einer Aktie, hat man bei einer Anleihe immer eine feste Laufzeit und einen Anspruch auf das investierte Geld. Der Wert von Aktien kann sinken, was dazu führt, dass man weniger raus bekommt, als man beim Kauf bezahlt hat. Außerdem erwirbt man durch Anleihen keinen Anspruch an dem Staat oder Unternehmen, sondern leiht ihm nur Geld. Genau wie Aktien, können Anleihen in der Regel an andere Investoren verkauft werden.

Bundesanleihen

Anleihe
Bundesanleihen

Der große Vorteil von Anleihen ist, dass sie als relativ sicher gelten. Sie sind nicht so volatil, wie z.B. Aktien oder Kryptowährungen. Jedoch kann man besonders von Bundesanleihen keine besonders hohe Rendite erwarten. Auf dem Bild siehst du eine Liste der aktuell im Umlauf befindlichen Bundesanleihen bei der Deutschen Finanzagentur.

Anleihen-Formen

Es gibt zwei verschiedene Arten von Anleihen. Sie unterscheiden sich nur durch die Art, wie sie Gewinn einbringen.

1. Kupon-Bonds

Hierbei handelt es sich um Anleihen, für die jedes Jahr Zinszahlungen fällig werden. Eine ganz wichtige Sache muss man hierbei beachten: Es werden immer nur die im Vorfeld auf den Anfangswert der Anleihe festgelegten Zinsen bezahlt. Es gibt somit keinen Zinseszinseffekt.

2. Zero-Bonds

Statt jedes Jahr Zinsen zu bekommen, wird der Gewinn schon beim Kauf einer solchen Anleihe fällig. Das ist dann der Fall, wenn du eine Anleihe im Wert von 100 € für 80 € kaufst. Am Ende der Laufzeit bekommst du 100 € zurück, hast aber nur 80 € bezahlt.

Anleihenwert

Mann mit Taschenrechner

Der Wert einer Anleihe steigt normalerweise im gleichen Verhältnis, wie die Leitzinsen fallen. Du kannst es dir so vorstellen: Wenn Anleihen mit einer besseren Verzinsung auf den Markt kommen, werden die Investoren ihre schlechter verzinsten Anleihen verkaufen um von den besser verzinsten profitieren zu können. Der Wert der Anleihen fällt somit, weil keine Nachfrage mehr da ist. Im gleichen Verhältnis steigt der Wert von gut verzinsten Anleihen, wenn die Zinsen wieder sinken.

Inflationsgeschützte Anleihen

Euroscheine

Neben klassischen Staatsanleihen gibt es auch noch solche, die an den Verbraucherpreisindex (VPI) geknüpft sind und somit vor der Inflation schützen sollen. Immer wenn der VPI, also die Inflationsrate steigt, dann wird auch die jährliche Zinszahlung nach oben angepasst. Je nach Typ der Anleihe, kann es aber auch in die andere Richtung entwickeln, wenn die Inflation zur Deflation wird. Das ist jedoch nicht bei deutschen Bundesanleihen, sondern eher bei amerikanischen Anleihen zu finden. Dennoch muss immer genau darauf geachtet werden, was man kauft.

Anleihen-ETF

Anleihen sind Wertpapiere und können deshalb auch in ETFs (Exchange Traded Fonds), also Börsengehandelten Investmentfonds gebündelt werden. Einige davon findest du bei der ETF-Suchplattform justETF.

Dort findest du auch ein paar inflationsgeschützte Anleihen, mit denen du einen Ausgleich zur expansiven Geldpolitik schaffen kannst.