Dieser Beitrag ist der erste einer Reihe, welche in erster Linie Aufschluss darüber geben soll, wie verschiedene Assetklassen, Verbindlichkeiten oder Investitionen zu bewerten und zu kategorisieren sind. Wie wir euch in unserem Beitrag Regelmäßig Investieren bereits sagten, ist es absolut essenziell zu verstehen was ein Asset für uns und unseren Vermögensaufbau tun kann, aber natürlich auch was es nicht kann. Nur dann können wir uns ein langfristig wachsendes Vermögen aufbauen.

Bevor wir in den kommenden Teilen auf einzelne Assets eingehen werden, ist es nötig vorher einige Dinge anzusprechen, die uns helfen, ihre Stärken und Schwächen besser zu bewerten und einstufen zu können.

Preis und Wert

Ja, der Preis und der Wert einer Sache sind selten dasselbe. Werte sind subjektiv. Sie hängen vom Auge des Betrachters ab und dessen zukünftige Erwartungen. Der Preis hingegen ergibt sich aus der Verhandlung von Käufer und Verkäufer. Er gibt uns keinerlei Auskunft über den tatsächlichen Wert.

Einsamer Wanderer in der Wüste
Einsamer Wanderer in der Wüste

Ein Königreich für eine Flasche Wasser!
Wir haben diesen Spruch auf die ein oder andere Art alle schon mal gehört.

Denn Werte sind aber vor allem auch Situationsabhängig.

Es ist auch absolut verständlich, dass ein fast verdursteter in einer Wüste gerne bereit wäre ein ganzes Königreich für etwas zu trinken einzutauschen. Das Wasser hat hier einen nahezu unendlich großen Wert! Im nächsten Ort, in einem der Läden, kostet die Flasche Wasser aber deshalb garantiert kein Königreich, denn hier würden die Kunden einfach zu einem anderen Händler gehen und das Wasser dort kaufen, an dem man sich auf einen angemessenen Preis einigen kann.

Bring dein Port­folio in Balance

Frau in Balance beim Yoga
Frau in Balance beim Yoga

Was sind die Unterschiede zwischen Investition, Spekulation, Sicherheit und Verbindlichkeit?

Um ein Asset für unser Portfolio richtig zu klassifizieren, müssen wir dessen Wert analysieren und mit dem Preis vergleichen, zu dem wir es kaufen können. Erst dann können wir entscheiden, wie groß der Anteil dieses Assets in unserem Gesamtportfolio sein sollte. Je nachdem wie wir selbst gestrickt sind, ist es uns so möglich das für uns individuell beste Portfolio zu gestallten. Deine Risikobereitschaft, dein zeitlicher Horizont, die Höhe deiner Investitionsbeträge und deine persönlichen Ansichten sind Dinge, die darauf enormen Einfluss haben werden.
Genau deshalb kann auch niemand für dich entscheiden was in dein Portfolio kommt, sondern nur du selbst kannst entscheiden welches Risiko dich nachts um den Schlaf bringt.

Um ein Asset einzustufen und zu verstehen, reicht es aber natürlich nicht aus, nur die jetzige Situation zu betrachten, sondern wir sollten auch die Vergangenheit schauen.

  • Wie verhielt sich das Asset in einer Krise?
  • Wie war es bei einer allgemein aufstrebenden Weltwirtschaft?
  • Gibt es eine bessere Alternative?
  • Blieb der Wert des Assets gleich oder musste man im Laufe der Jahre immer höhere Preise bezahlen?
  • Welche Risiken bestehen?

Das sind nur einige der wichtigen Fragen, die man zur Klassifizierung beantworten sollte.

Zwei Männer besprechen ihre Vermögenswerte
Zwei Männer besprechen ihre Vermögenswerte

Investition

Eine Investition ist in Ihrem Wesen sehr schnell erklärt. Ab dem Zeitpunkt, an dem du eine Investition tätigst, verdienst du Geld damit, bzw. der Wert deines Portfolios steigt nachhaltig an. Ein Beispiel dafür ist eine (gute) Aktie eines Unternehmens, das den Aktionären Dividenden ausschüttet. Solange du diese Aktie besitzt, wirst du laufend Einnahmen generieren. Eine klassische Investition.

Spekulation

Bei einer Spekulation wir nicht in dem Zeitpunkt Geld verdient an dem gekauft wird, sondern erst, wenn mit Gewinn wieder verkauft wird. Man spekuliert auf einen steigenden Wiederverkaufswert und hat bis zum Verkauf keinen Gewinn oder Verlust gemacht. Klassisches Beispiel hierfür sind Briefmarken und Kunstgegenstände, aber auch eine Dividendenfreie Aktie gehört in diese Kategorie.

Sicherheit

Um dein Portfolio gegen einen besonders starken Wertabfall abzusichern, wie wir sie zum Beispiel bei der Dotcom Blase, der Lehman-Krise oder in unserem aktuellen Pandemie-Notstand erlebt haben, ist es sinnvoll einige Assets zu besitzen, die genau in solchen Situationen besonders gut performen oder wenigstens sehr stabil bleiben.
Wir nutzen solche Assets, die ein verhältnismäßig schwaches Risiko eines Wertverlustes besitzen als Sicherheit, um einen Gegenpol zu haben, falls die risikoreicheren Assets aus der Klasse der Spekulationen und der Investitionen im Wert einbrechen sollten.

Verbindlichkeit

Eine Frau bearbeitet ihre Rechnungen
Eine Frau bearbeitet ihre Rechnungen

Eine Verbindlichkeit kostet uns regelmäßig Geld solange wir sie besitzen. Auch Vermögenswerte wie beispielsweiße die selbst genutzte Immobilie oder ein Auto, erzeugen laufende Kosten und machen daher langfristig ärmer. Alles das dich langfristig ärmer macht, ist eine Verbindlichkeit. Ja! Auch das Eigenheim ist für uns im besten Fall eine Spekulation auf einen steigenden Wert. Eine Investition ist sie nur für die Bank, da sie durch den Kredit, den sie dem Kunden für das Eigenheim gewährt, fortan laufende Einkünfte in Form von Zinsen erhält. Für uns ist die selbstgenutzte Immobilie aber unter dem Strich aber tatsächlich eine Verbindlichkeit.

Inflation

Auch die Inflation ist ein wesentlicher Faktor den man in seiner Portfoliogestaltung, mit einplanen sollte.
Kurz und vereinfacht gesagt, versteht man unter Inflation den stetigen Wertverlust des Geldes.
Dadurch steigen verständlicherweise die Preise für Waren und Dienstleistungen, denn deren Wert bleibt ja gleich und muss mit mehr Geld aufgewogen werden. Um dem sehr weitläufigen Thema der Inflation gerecht zu werden, werden wir uns ein einem kommenden Beitrag gezielt damit auseinandersetzen. Für den Portfolioaufbau ist es aber sehr wichtig und muss daher an dieser Stelle ebenfalls erwähnt werden. Nur so wird deutlich, dass Sachwerte im Preis steigen, wenn der Geldwert sinkt.

Denn unter Einbezug der Inflation, ist sogar der Vermögenswert, den du in Form eines Tagesgeldkontos hast, eine Verbindlichkeit, denn er erzeugt dir langfristig viele Kosten durch den Wertverlust.

Quelle :